| Sehr engagiert und anschaulich referierte Werner Frank über seine genealogischen Forschungen, bei denen er intensive Recherchen über die Abstammung seiner Familie bis ins 17. Jahrhundert in Eppingen angestellt hatte. Er konnte einen sehr großen Stammbaum ausarbeiten, in den über 30 000 Namen, die er im Laufe der letzten sieben Jahre gesammelt und zusammengetragen hatte, eingingen. In einem Fall war es ihm sogar möglich einen Zweig seiner Vorfahren bis ins 13. Jahrhundert zurückzuverfolgen. Außerdem ist es wahrscheinlich, dass der Vater des ersten Juden in Eppingen in engem Zusammenhang mit der weltberühmten Bankiersfamilie Oppenheimer steht. | |
![]() Werner Frank, Franz Graf von Degenfeld-Schonburg, Michael Heitz (v.l.) |
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Johanna Geissmar (Bild links) wuchs als jüngste von vier Geschwistern in Mannheim auf. 1909 schloss sie ihr Medizinstudium mit dem Doktortitel ab. Während des 1. Weltkrieges betreute sie vor allem Verwundete im Lazarett Heidelberg. Danach spezialisierte sie sich auf Kinderheilkunde und eröffnete 1921 eine Praxis in Heidelberg, wovon sie gut leben konnte. Doch wegen ihres jüdischen Glaubens musste sie 1932 unter Druck der Nationalsozialisten ihre Praxis schließen. Sie flüchtete in den Schwarzwald. Dort lebte sie vereinsamt und von den Nazis schikaniert bis sie 1940 nach Gurs deportiert wurde. Von dem unvorstellbaren Leid und Elend im Konzentrationslager scheinbar unbeeindruckt, arbeitete Johanna Geissmar unermüdlich als Lagerärztin für die Kranken und Verletzten. Unter diesen unmenschlichen Bedingungen gelang es ihr dennoch, ihren Patienten ein Stück Geborgenheit in die grausame Realität zu bringen. Sie entschied sich freiwillig, die Menschen auf dem Transport nach Auschwitz zu begleiten. Dort wurde sie am 14. August 1942 umgebracht. Richard Zahlten (Bild rechts, mit seiner Frau Maria Zahlten-Hall) betonte in seinem Vortrag immer wieder, mit welcher Aufopferung und Nächstenliebe manche Menschen trotz der grausamen Umwelt im Nationalsozialismus ihr Möglichstes getan haben, um das Leid Anderer zu lindern - auch unter Einsatz ihres eigenen Lebens. Sie wurden somit zu stillen Helden dieser Zeit. Ihre Verdienste dürfen daher nicht in Vergessenheit geraten! |
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